Beitrag vom 19.04.2026, Wissenswert
Eine aktuelle Studie mit 214 Patient:innen mit Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) bzw. temporomandibulären Dysfunktionen (TMD) zeigt: Ausgeprägte zentrale Sensibilisierung tritt bei CMD seltener auf als bisher angenommen. Stattdessen stehen Schmerzintensität und zusätzliche körperliche Beschwerden stärker im Zusammenhang mit der Symptomwahrnehmung.
Zentrale Sensibilisierung beschreibt eine erhöhte Empfindlichkeit des Nervensystems, bei der Schmerzsignale verstärkt verarbeitet werden und Schmerzen länger anhalten oder stärker wahrgenommen werden können – auch ohne klare Gewebeschädigung
Die Studie beschreibt zusätzliche körperliche Beschwerden als allgemeine Symptome, die häufig gemeinsam mit CMD auftreten, z. B.:
Die Mehrheit der CMD-Patient*innen zeigte.
Die Ergebnisse unterstreichen den biopsychosozialen Ansatz in der CMD-Behandlung. Neben strukturellen Faktoren können auch folgende Einflüsse Beschwerden verstärken:
Für Physiotherapeut*innen bedeutet das:
Eine ganzheitliche CMD-Behandlung kann helfen, Chronifizierung zu vermeiden und die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.
Die neue Studie zeigt einmal mehr: CMD ist nicht ausschließlich ein strukturelles Problem des Kiefergelenks. Schmerzintensität, zusätzliche körperliche Beschwerden und psychosoziale Faktoren sollten in Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden.
Eine frühzeitige physiotherapeutische Behandlung bei CMD kann helfen, Schmerzen zu reduzieren und langfristige Beschwerden zu vermeiden.
→ Zur Studie: https://files.jofph.com/files/article/20241212-351/pdf/OFPH20240519001.pdf
Abbildung links: CMD-Studie - Schmerzen, Belgleitfaktoren, zentrale Sensibilisierung. ChatGPT generiert.