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Migräne im Sommer: Auslöser und Vorbeugung

Beitrag vom 16.06.2025, Expertenratschlag

Sommerspezifische Auslöser

Migräne betrifft weltweit etwa jede 7. Person (ca. 14,3 % der Bevölkerung) und kann in den warmen Sommermonaten durch spezifische Umgebungs- und Lebensstilfaktoren verstärkt ausgelöst werden. Im Sommer können hohe Temperaturen und Hitzewellen die Thermoregulation und das Gefäßsystem im Gehirn belasten und direkt Migräneattacken auslösen. Hohe Luftfeuchtigkeit führt in Kombination mit Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen zu Dehydration, was Kopfschmerzattacken begünstigt. Starke Sonneneinstrahlung und Reflexblendung reizen Hirnnerven, und barometrische Druckschwankungen bei Gewitterfronten gelten als klassischer Trigger. Klimaanlagen verursachen trockene Raumluft, die Gefäße und Schleimhäute belastet, während Gräser- und Kräuterpollen über Histaminausschüttung das Risiko erhöhen. Unregelmäßige Schlaf-, Ess- und Aktivitätsrhythmen im Urlaub sowie intensive Gerüche und laute Umgebungsreize bei Sommerfesten können zusätzlich Migräneattacken provozieren.

Präventionsstrategien

  • Hydration und Elektrolytausgleich: Trinken Sie über den Tag verteilt etwa 30–35 ml pro Kilogramm Körpergewicht und ergänzen Sie Wasser abwechselnd mit natrium- und kohlenhydrathaltigen Getränken, um Elektrolyte auszugleichen.
  • Licht- und Sonnenschutz: Schützen Sie sich mit hochwertigen, polarisierten UV-Sonnenbrillen und breitkrempigen, hellen Hüten und suchen Sie Schatten, besonders bei Aktivitäten im Freien oder auf dem Wasser.
  • Klimaanlageneinstellungen: Halten Sie die Raumtemperatur moderat (23–25 °C) und die Luftfeuchte bei 40–60 %; sorgen Sie durch regelmäßige Wartung für saubere Filter, um Zugluft und trockene Luft zu vermeiden.
  • Stabiler Schlaf- und Mahlzeitenrhythmus: Schlafen und essen Sie möglichst zu festen Zeiten und gönnen Sie sich einen kurzen Mittagsschlaf in einem abgedunkelten Raum.
  • Wetter- und Druckmonitoring: Nutzen Sie Wetter-Apps mit Barometerfunktionen und führen Sie ein Kopfschmerztagebuch mit Angaben zu Wetter, Luftdruck, Ernährung und Stress, um persönliche Trigger zu identifizieren.
  • Entspannungs- und Atemtechniken: Integrieren Sie Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Atemübungen

Fazit

Ein fundiertes Verständnis der sommer¬spezifischen Migräne¬trigger und konsequente Umsetzung präziser Präventionsmaßnahmen können die Häufigkeit und Intensität von Attacken erheblich reduzieren.

Weiterführende Links

Literatur

Sullivan, Daniel P., and Paul R. Martin. "Sleep and headaches: Relationships between migraine and non‐migraine headaches and sleep duration, sleep quality, chronotype, and obstructive sleep apnoea risk." Australian Journal of Psychology 69.3 (2017): 210-217.
Hoffmann, Jan, et al. "The influence of weather on migraine–are migraine attacks predictable?." Annals of clinical and translational neurology 2.1 (2015): 22-28.
Steiner, T.J., Stovner, L.J. Global epidemiology of migraine and its implications for public health and health policy. Nat Rev Neurol 19, 109–117 (2023).

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