Beitrag vom 16.06.2025, Expertenratschlag
Migräne betrifft weltweit etwa jede 7. Person (ca. 14,3 % der Bevölkerung) und kann in den warmen Sommermonaten durch spezifische Umgebungs- und Lebensstilfaktoren verstärkt ausgelöst werden. Im Sommer können hohe Temperaturen und Hitzewellen die Thermoregulation und das Gefäßsystem im Gehirn belasten und direkt Migräneattacken auslösen. Hohe Luftfeuchtigkeit führt in Kombination mit Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen zu Dehydration, was Kopfschmerzattacken begünstigt. Starke Sonneneinstrahlung und Reflexblendung reizen Hirnnerven, und barometrische Druckschwankungen bei Gewitterfronten gelten als klassischer Trigger. Klimaanlagen verursachen trockene Raumluft, die Gefäße und Schleimhäute belastet, während Gräser- und Kräuterpollen über Histaminausschüttung das Risiko erhöhen. Unregelmäßige Schlaf-, Ess- und Aktivitätsrhythmen im Urlaub sowie intensive Gerüche und laute Umgebungsreize bei Sommerfesten können zusätzlich Migräneattacken provozieren.
Ein fundiertes Verständnis der sommer¬spezifischen Migräne¬trigger und konsequente Umsetzung präziser Präventionsmaßnahmen können die Häufigkeit und Intensität von Attacken erheblich reduzieren.
Sullivan, Daniel P., and Paul R. Martin. "Sleep and headaches: Relationships between migraine and non‐migraine headaches and sleep duration, sleep quality, chronotype, and obstructive sleep apnoea risk." Australian Journal of Psychology 69.3 (2017): 210-217.
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Steiner, T.J., Stovner, L.J. Global epidemiology of migraine and its implications for public health and health policy. Nat Rev Neurol 19, 109–117 (2023).